Rainer Feit

Ostseebad Binz

Archiv für April, 2010

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe in Haiti: Wiederaufbau mit den Ärmsten

Freitag 23. April 2010 von PresseSt

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe in Haiti: Wiederaufbau mit den Ärmsten
100 Tage nach dem verheerenden Erbeben fordern die im „Aktionsbündnis Katastrophenhilfe“ zusammengeschlossenen vier großen deutschen Hilfswerke rasche Investitionen in den Aufbau verlässlicher Institutionen und politischer Strukturen in Haiti. Gleichzeitig muss das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe gestärkt werden. Alle Bereiche der Gesellschaft müssen in den Wiederaufbau einbezogen werden. Nur so können die Grundbedürfnisse der Bevölkerung nach medizinischer Versorgung, Ernährung und Bildung nachhaltig sichergestellt werden. Und nur so kann aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werden, damit sich nicht wieder Wenige auf Kosten der Mehrheit durch Korruption und Misswirtschaft bereichern. Solidarität soll das Recht des Stärkeren ersetzen.
„Die weltweite Hilfe für Haiti hat das Leid nach dem Erdbeben gelindert und unzähligen Menschen das Leben gerettet“, erklärte Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. „Aber der Neuanfang ist mühsam und braucht einen langen Atem der internationalen Gemeinschaft“.
„Jetzt muss die Stunde der Haitianer kommen. Die heißt vor allem Bildung für alle Kinder und die Ausbildung einheimischer Kräfte“, sagte Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland.
„Wir müssen weiter Leben retten. Die Nothilfe ist dafür das geeignete Instrument. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt jedoch auch den Aufbau funktionierender Verwaltungen und Institutionen vorantreiben“, sagte Volker Gerdesmeier, Leiter der Programmabteilung der Diakonie Katastrophenhilfe.
„Die Hilfe muss in die Zukunft weisen. Daher reicht es nicht, Gebäude und Straßen wiederaufzubauen. Es geht für die Haitianer auch darum, eine soziale Struktur zu errichten, in der das Miteinander und die Solidarität im Mittelpunkt stehen”, sagte Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Die im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe zusammengeschlossenen Hilfswerke haben in Deutschland insgesamt rund 71 Millionen Euro an Spenden für die Nothilfe und den Wiederaufbau in Haiti gesammelt.
Diese Mittel haben dazu beigetragen, dass bislang Epidemien und Hunger verhindert werden konnten. Doch die Not und die Herausforderungen für die Hilfsorganisationen sind weiter groß: Über 1,3 Millionen Menschen leben in Hunderten Notlagern, viele unter unhygienischen und unsicheren Bedingungen. Die sozialen und medizinischen Einrichtungen funktionieren praktisch nur durch Hilfe aus dem Ausland. Die Regierung und öffentliche Verwaltungen sind nach wie vor nicht wirklich handlungsfähig. Ein Viertel der Mitarbeiter der Verwaltungen starb beim Erdbeben. Die Organisationen des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe arbeiten in allen Landesteilen. Aber die meisten Hilfsorganisationen konzentrieren sich immer noch auf den Großraum Port-au-Prince. Viele haben das Land bereits wieder verlassen. Die Ausbildung von nationalen Fachkräften läuft nur langsam an und muss dringend ausgeweitet werden. Riesige Mengen Schutt behindern die Einrichtung sicherer Lager. Landbesitzer müssen dazu gebracht werden, entsprechende Plätze f reizugeben. Es muss mit erheblichen Umweltrisiken gerechnet werden – durch Regenfälle, Erdrutsche und Stürme. Schwerpunkte der Organisationen des Aktionsbündnisses: Caritas international, Diakonie Katastrophenhilfe, Deutsches Rotes Kreuz und UNICEF arbeiteten über ihre Partnerorganisationen und lokalen Büros auch schon vor dem Erdbeben in Haiti. Unmittelbar nach der Katastrophe haben sie umfassende Nothilfeprogramme gestartet und versorgen die Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrung, medizinischer Hilfe und richten Notschulen ein.
Caritas International, das Hilfswerk der Deutschen Caritas, unterhält Gesundheitszentren, baut Schulen auf und versorgt Betroffene mit Lebensmitteln, Medikamenten und Trinkwasser. Partner der Hilfe sind die Gemeinden und Caritas-Einrichtungen vor Ort, um diejenigen zu erreichen, die sich nicht selbst helfen können: Alte, kranke und behinderte Menschen sowie Kinder. www.caritas-international.de
Das Deutsche Rote Kreuz betreibt in Carrefour ein mobiles Krankenhaus, in dem inzwischen 30.000 Behandlungen durchgeführt wurden. 400.000 Menschen haben Material zum Bau von Unterkünften erhalten. www.drk.de
Diakonie Katastrophenhilfe versorgt Zehntausende Menschen mit Medikamenten in Gesundheitsstationen, unterstützt und baut Kliniken im ländlichen Raum, verteilt Zelte und hilft den Menschen bei der Trümmerbeseitigung und beim Aufbau erdbebensicherer Häuser. Ebenso werden Programme zur Ernährungssicherung gefördert. www.diakonie-katastrophenhilfe.de
UNICEF koordiniert die internationale Hilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Kinderernährung, Bildung und Kinderschutz. Über eine Million Menschen werden mit Trinkwasser versorgt. 700.000 Kinder erhalten Schulmaterial. www.unicef.de
Quelle: Pressemitteilung des Aktionsbündnis Katastrophenhilfe vom 20.4.2010

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„Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010“

Freitag 23. April 2010 von PresseSt

„Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010“ vorgestellt
Immer mehr Unternehmen in Deutschland setzen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – und das trotz der Wirtschaftskrise. Fast 80 Prozent schätzen mittlerweile Familienfreundlichkeit als wichtig ein. Das sind deutlich mehr als noch 2006 (72 Prozent) oder gar 2003 (46 Prozent).
Dabei spielt neben der Unterstützung junger Eltern die Organisation von Pflege von Familienangehörigen zunehmend eine Rolle. Viele Unternehmen bieten hier individuelle Lösungen an. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010“, der am 21. April in Berlin anlässlich des Unternehmenstages „Erfolgsfaktor Familie“ von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann vorgestellt wurde. Die repräsentative Unternehmensbefragung, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) nach 2003 und 2006 jetzt zum dritten Mal durchgeführt hat, gibt Auskunft über den Stand der Familienfreundlichkeit der deutschen Wirtschaft.
„Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind eine zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige, innovative Wirtschaft“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. „Zeit für Verantwortung in der Familie und Zeit für qualifizierte Arbeit dürfen sich in unserer Gesellschaft nicht ausschließen. Der
Unternehmensmonitor zeigt ganz klar: Die Arbeitgeber haben erkannt, wie wichtig eine familienbewusste Personalpolitik für den langfristigen Erfolg des eigenen Unternehmens ist.

Deswegen unterstützen sie ihre Beschäftigten auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Bundesministerin Schröder. ” Schon heute, das zeigt die Umfrage, bietet jedes dritte Unternehmen Mitarbeitern konkrete Unterstützung bei der Pflege von Familienangehörigen an. Zum Beispiel durch Teilzeitangebote“,
betonte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben wird uns künftig noch stärker beschäftigen. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels ist das eine große Herausforderung für die Betriebe. Damit das gelingt, wollen wir unter anderem Best-Practice-Beispiele von Unternehmen bekannter machen.“
Bundesfamilienministerin Schröder und DIHK-Präsident Driftmann vereinbarten, die Kooperation für eine familienbewusste Arbeitswelt fortzusetzen und weiter auszubauen. Hierzu gehört auch die neue gemeinsame Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“: Sie soll die Arbeitgeber motivieren, mehr flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten.
Die wichtigsten Ergebnisse des Unternehmensmonitors 2010: Für knapp 60 Prozent sind familienfreundliche Angebote ein zentraler Bestandteil der Personalentwicklung. Fast jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) erwartet, dass das Thema Familienfreundlichkeit in den kommenden fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Trotz der schwersten Wirtschaftskrise seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland erreicht die Familienfreundlichkeit der Unternehmen das hohe Niveau von 2006. Lediglich sieben Prozent der befragten Betriebe haben familienfreundliche Maßnahmen zurückgenommen oder verschoben. Immer mehr Unternehmen unterstützen ihre Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: In knapp 35 Prozent der Unternehmen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit – über die gesetzlichen Regelungen hinaus – unterbrechen, fast jedes elfte Unternehmen macht finanzielle oder anderweitige Angebote für die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes oder einer Kurzzeitpflege.
Die Motive für die Einführung von familienfreundlichen Maßnahmen spiegeln wider, dass sich die Unternehmen der Bedeutung ihrer Beschäftigten für den Unternehmenserfolg sehr bewusst sind: Die wichtigsten Argumente sind „Qualifizierte Beschäftigte halten und gewinnen“ (93 Prozent),  „Arbeitszufriedenheit bzw. Produktivität erhöhen“ (93 Prozent bzw. 80 Prozent) und „aus der Elternzeit zurückkehrende Beschäftigte schnell integrieren“ (77 Prozent).
Weitere Informationen unter www.erfolgsfaktor-familie.de
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 21.4.2010

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