Dienstag 11. November 2008 von Rainer Feit
Hiermit möchte ich Sie auf den kommenden Sonntag, den Volkstrauertag, aufmerksam machen. Unter dem Motto “Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden” erinnert der Volksbund Deutsche Krieggräberfürsorge seit 1919 an die Opfer der Kriege, insbesondere an die Opfer der beiden Weltkriege.
An diesem Sonntag, dem 16.11.2008, werden wir uns um 14:30 in Bergen auf Rügen, auf dem alten Friedhof treffen, um an den Gräbern der Gefallenen aus den beiden Weltkriegen inne zu halten und den Kriegsopfern zu gedenken. Gerade 90 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges muss uns alle die Erinnerung an die zahllosen Opfer zum Frieden mahnen. Zu dieser Veranstaltung lade ich Sie im Namen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Kreisverband Rügen ganz herzlich ein.
Ein Blick auf die Geschichte des Volkstrauertages :
Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt.
Nicht “befohlene” Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.
Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt, und auch heute findet im Reichstag die zentrale Veranstaltung des Volksbundes statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt 1922 eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte.
Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.
1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn “Heldengedenktag”.
Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.
Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt.
Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt.
Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Das ist er den vielen noch lebenden Hinterbliebenen und der Geschichte schuldig.
Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.
Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten.
Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.